Seit Montag Abend sind wir auf Hiddensee. Die Geburtsstunde dieser Ferien geht jedoch zurück auf den Abend des 28.12 wo wir auf einer Party überlegt haben, wo man gut ausspannen kann. Dort beschlossen wir zu viert auf Hiddensee Lese- und Wohlfühlferien zu machen.
Am Morgen des 11. Februar trafen wir uns alle am Flughafen in Berlin, da zwei von uns bereits das Wochenende in Berlin verbrachten und die beiden Anderen direkt aus Zürich respektive London kamen. Nach einem Umweg bei einem Delikatessladen, wo wir uns mit Feinem Essen eingedeckt haben, machten wir uns auf die Fahrt nach Rügen von wo aus wir auf Hiddensee übersetzten. Schon die Fahrt nach Hiddensee war spassig und ich geniesse jetzt schon die schönen Gespräche, die Unternehmungen und auch vielen lustigen Momente, die wir hier zusammen haben.
Das Ferienhaus, welches wir hier gemietet haben ist auch genial. Auf zwei Stockwerken haben wir hier alles was man zum Wohlfühlen benötigt. Und dazu gehört für mich selbstverständlich auch ein schönes Badezimmer mit einer Badewanne von der aus man nachts den Sternenhimmel sieht, wenn man im Vanille-Schaumbad liegt und im Kerzenlicht liest. Aber auch mein ‚Schlafzimmer’ ist wirklich genial. Ganz oben unter dem Dach befindet sich mein Bett in einer Koje, die nur über eine lange Leiter zugänglich ist und wenn man verkehrt herum im Bett liegt kann man bei klarem Himmel nachts die Sterne sehen und träumen. Als ich diese Koje sah war klar für mich, dass das mein Bett sein würde ;-).
Heute war es wunderschönes Wetter. Der Himmel war total blau und die Sonne wärmte uns mit ihren wichen Strahlen. Nachdem wir alle ausgeschlafen und ausgiebigst gefrühstückt hatten, begaben wir uns am Nachmittag auf einen längeren Spaziergang über die Insel und seither bin ich viel mehr in Fotografierlaune als in Leselaune. Ich glaube die meisten Bücher, welche ich hierhin mitgenommen habe werde ich wohl ungelesen wieder mit zurück nehmen. Dafür werde ich jedoch viele Eindrücke uns Erinnerungen mit zurück nehmen. Hier ein paar dieser Eindrücke:



Dienstag, 12. Februar 2008
Ferien auf Hiddensee I
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Baghira
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Kategorien: Aus dem Leben
Samstag, 2. Februar 2008
Sommer am See – Alberto Vigevani
'Sommer am See' spielt in den Dreissiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in den Kreisen der gehobenen Mailänder Gesellschaft. Der Leser entdeckt diese Welt aus den Augen des vierzehnjährigen Giacomo, der mit seinem Alltag, den immer fortwährenden Schulpflichten und seiner Einsamkeit nur sehr schlecht zurecht kommt. Er hat wenige Freunde und einen klaren Hang zur Melancholie. Die Welt seiner Kollegen gibt ihm nicht viel, die Welt der Erwachsenen ist ihm noch verschlossen und die Gefühlsabstinenz seines Elternhauses macht es ihm schwer das, was im Moment in ihm vorgeht zu verarbeiten.Fast die ganze Geschichte spielt in der Ferienresidenz der Familie am Comer See. Dort scheint sich das Leben des Giacomo anfänglich genau so weiter zu bewegen, doch es sind viele kleine Änderungen in seinem Leben, die sich zu einem neuen Bild seiner Selbst zusammensetzen. Mit seinem neuen Fahrrad entdeckt Giacomo eine ganz neue Freiheit. Eine Freiheit, die sich im Laufe des Romans auf ganz viele Seiten seines Lebens ausweitet.
Es ist auch in diesem Sommer, in dem Giacomo seine ersten erotischen Erfahrungen mit dem Dienstmädchen Emilia macht. Doch schnell lernt Giacomo den Unterschied zwischen der erotischen Erfahrung und der Liebe, denn Liebe, so spürt er, war keine im Spiel. Diese kommt erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Blickfeld des pubertierenden.
Am Ufer des Sees lernt Giacomo den jüngeren Andrew kennen, der zusammen mit seiner Mutter aus England in die Ferien nach Italien gereist ist. Er freundet sich mit ihm an, verliebt sich in seine Mutter und es ist diese Konstellation, die einen kompletten Wandel in Giacomo bewegt. War er bisher immer das Kind gewesen, das weder in der Kinderwelt noch in der Erwachsenenwelt gelebt hat, so war er nun durch seine Liebe zu Andrews Mutter stärker mit der Erwachsenenwelt verbunden und durch die Tatsache, dass Andrew zu ihm aufschaut und gerne von ihm lernt der Kinderwelt entflohen.
Es sind noch einige andere solcher Ereignisse, die uns in Giacomos Verwandlung von einem Kind zum jungen Mann begleiten. In sehr gefühlvollen und poetischen Worten beschreibt Vigevani diese Verwandlung und bettet sie sprachlich meist elegant in die Umgebung ein. Für meinen Geschmack wurde das Buch vielleicht mit etwas zuviel 'literarischem Weichzeichner' geschrieben, doch es ist immer noch angenehm zu lesen.
So richtig faszinieren konnte mich das Buch jedoch nicht. Eigentlich verwunderlich, denn die sanfte und achtsame Beschreibung Giacomos Gefühle, die Erfahrungen, die er macht, die Entdeckung seiner neuen Identität wären alles Themen, welche ich interessant finde. Doch meist sind diese Themen an der Oberfläche angekratzt worden ohne sie dann weiter zu vertiefen. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass ich in letzter Zeit viel Hesse gelesen habe und in seinen Büchern dringt man in tiefere Ebenen des Bewusstseins seiner Charaktere, die ebenfalls meist in Umbruchssituationen in ihrem Leben stehen. Alles in Allem nett zu lesen aber nicht wirklich ein Buch, welches ich meinen Bloglesern ans Herz legen würde.
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Baghira
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Kategorien: Bücher
Samstag, 26. Januar 2008
Die Morgenlandfahrt – Hermann Hesse
Durch die Feder des Violinenspielers H.H. erzählt uns Hesse in 'Die Morgenlandfahrt' die Geschichte einer grossen Bewegung und ihrer Reise, „wie sie seit den Tagen Hüons und des Rasenden Roland von Menschen nicht mehr gewagt worden war“. Zu Anfang erinnert die Reise sehr an einen modernen Kreuzzug der Erkenntnis und auch an Insignien der Freimaurerei wird nicht gespart.
Was jedoch als eine reale Reise in der Nachkriegszeit durch die Landschaften in Süd-Deutschland, der Schweiz und Italien beginnt, entpuppt sich zunehmend als eine Reise durch Zeit und Raum. Zeitweise hat der Leser das Gefühl heimlicher Beobachter eines Traumes zu sein. Eines Traumes, der ohne jeden Widerspruch, Figuren aus der Vergangenheit mit Menschen der Gegenwart verbindet und sie vereint im Streben nach Erkenntnis durch reale und imaginäre Landschaften ziehen lässt, welche zeitlos ineinander fliessen.
Wie bei vielen der Erzählungen Hesses, geht es hierbei immer wieder um das Finden der eigenen persönlichen Identität in einem überpersönlichen Ganzen, einer Gemeinschaft, die hier durch 'den Bund' symbolisiert wird und die stellvertretend für all die suchenden Menschen stehen mag.
"Und ich werde, soweit dies heute noch irgend möglich ist, dabei des ersten Grundsatzes unserer großen Zeit eingedenk sein: niemals zu rechnen, niemals mich durch Vernunftgründe verblüffen zu lassen, stets den Glauben stärker zu wissen als die sogenannte Wirklichkeit."
Zu Anfang versucht der Violinenspieler H.H. die Sinngebung durch die retrospektive Beschreibung der grossen Reise zu erlangen. Eine Beschreibung in welcher er seine Erfahrungen in einen grösseren, historischen Zusammenhang bettet, in welchem sich das Individuum aufgehoben und mit Sinn erfüllt fühlen kann.
"[...] zuerst schien mir, als unternähme ich da eine mühevolle Arbeit im Dienst einer edlen Sache, aber mehr und mehr sehe ich, daß ich mit meiner Reisebeschreibung nichts anderes anstrebe als Herr Lukas mit seinem Kriegsbuch: nämlich mir das Leben zu retten, indem ich ihm wieder einen Sinn gebe."
Dies erinnert zuweilen sehr an Max Frischs Roman 'Mein Name sei Gantenbein' in welchem steht: "Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.".
Später jedoch kommt zu dieser Sinngebung eine weitere, für Hesse sehr typische Komponente hinzu. Der Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben.
"Endlich vermochte er sich aber doch nicht länger zu verbergen und zu drücken, sein Leid wurde zu groß, und ihr wisset, sobald das Leid groß genug ist, geht es vorwärts. Bruder H. ist durch seine Prüfung bis in die Verzweiflung geführt worden, und Verzweiflung ist das Ergebnis jedes ernstlichen Versuches, das Menschenleben zu begreifen und zu rechtfertigen. Verzweiflung ist das Ergebnis eines jeden ernstlichen Versuches, das Leben mit der Tugend, mit der Gerechtigkeit, mit der Vernunft zu bestehen und seine Forderungen zu erfüllen. Diesseits dieser Verzweiflung leben die Kinder, jenseits die Erwachsenen. Angeklagter H. ist nicht mehr Kind und ist noch nicht ganz erwacht. Er ist noch mitten in der Verzweiflung."
Und dies ist vermutlich auch der Grund, warum sich Kinder wenig mit Transzendenz und Sinngebung beschäftigen. Sie beziehen ihren Sinn aus der Gegenwart und ihrem sozialen Umfeld. Für Kinder ist das Konzept der Zeit ohne grosse Bedeutung, denn schier unendlich ist die Zukunft, die sie vom Tode trennt. Wie aber wollen wir uns als Erwachsene jenseits dieser 'Verzweiflung' verhalten? Sollten wir uns wieder des kindlichen Konzeptes bemächtigen, sollten wir die Transzendenz oder gar die Wissenschaft bemühen? Es ist vermutlich die Antwort auf genau diese Frage, welche den eigentlichen Sinn unseres Lebens birgt.
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Baghira
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Kategorien: Bücher
Samstag, 19. Januar 2008
Als die Steine noch Vögel waren – Marjaleena Lembcke
Wieder mal ein ganz relaxter Samstag nach einer anstrengenden und teilweise hektischen Woche. Gestern Abend waren noch drei gute Freunde bei mir um meinen Geburtstag zu feiern. Wir haben zusammen Sushi gerollt, Wein getrunken, Musik gehört und gequatscht. Auch bin ich jetzt das Wochenende 'Katzensitter' für zwei ganz süsse Katzen ;-) und geniesse es sehr zusammen mit den Beiden zu sein. Das erinnert mich immer wieder an meine Kindheit.Nachdem ich heute also ausgeschlafen und etwas aufgeräumt habe, hab ich mir ein weiteres Kinderbuch aus dem Regal genommen. 'Als die Steine noch Vögel waren' handelt eigentlich von dem kleinen Pekka obwohl die Geschichte aus dem Blickwinkel seiner Schwester geschrieben ist.
Pekka ist ein ganz besonderer Junge, denn er sieht die Welt um sich herum in einer ganz anderen Art und Weise. Er liebt die Menschen um ihn herum. Nicht nur seine Eltern und die Geschwister, sondern auch seine Schulkollegen, die Nachbarn oder die Besucher. Kurzum jeden, den Pekka trifft schliesst er in sein Herz und das ist fast schon ansteckend.
Zwar hatte es Pekka in der ersten Zeit, als er in die Schule kam nicht gerade einfach, denn Andersartigkeit erntet meistens Spott und Hohn. Doch Pekka lebt gut verankert in seiner Welt. Einer Welt in der die Steine einmal Vögel waren und wieder zu Vögeln werden würden. Und es ist diese Welt, die ihm den Glauben an die Liebe zu den Menschen und die Kraft dies gegen alle alltäglichen Widrigkeiten zu leben zu geben scheint.
Als ich so auf dem Sofa in meine flauschige Decke eingekuschelt lag, die Sonne das Wohnzimmer durchflutete und die beiden Katzen in meiner Kniekehle schnurrten, hatte ich öfters mal das Buch zur Seite gelegt, die Augen geschlossen und an meine eigene Kindheit gedacht. Für mich ist dies ein Buch, das einen dazu ermutigt seine eigenen Werte und Träume anzuschauen und sich wieder einmal einen Ruck zu geben, diese im Alltäglichen auch zu leben.
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Baghira
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Kategorien: Bücher
Mittwoch, 16. Januar 2008
Living in between
In ein paar Tagen habe ich Geburtstag und bei einem Abendessen haben zwei Freunde und ich beschlossen, dass wir unseren 107. Geburtstag gemeinsam zu dritt feiern ;-). Und heute war ich eben auf dem Weg zu Rolf’s, welches wir vermutlich für unsere Geburtstagsfeier am 1. März mieten werden. Auf dem Weg dorthin habe ich zufällig ‚Living in Between’ im Radio gehört. Das Lied hat mir gleich total gut gefallen und so möchte ich es auch mit meinen Bloglesern teilen.
Erst als ich danach im Internet nachgeschaut habe, hab ich gesehen, dass dieses Lied von Jaël Krebs ist, die mir mit Lunik schon damals durch das Lied Little Bit aufgefallen ist. Eine total sympathische Sängerin. Und für die, die genauso begeistert von ihr sind wie ich, hier noch ein Interview mit ihr ;-)
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Baghira
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Kategorien: Musik
Sonntag, 13. Januar 2008
Wir alle für immer zusammen – Guus Kuijer
Was macht man an einem Tag an dem die Wolken so tief hängen, dass das Wetter trübe erscheint und man sowieso nicht fliegen gehen kann? Klar - Lesen ;-). Und so bin ich heute mit Mango, Jasmin-Tee, Bananenmilch und Musik auf der Couch gelegen und habe wieder mal ein Kinderbuch gelesen.
In 'Wir alle für immer zusammen' begleiten wir die elfjährige Polleke durch ihr Leben. Sie wohnt mit ihrer Mutter in einer Stadt in den Niederlanden, ist aber zusammen mit ihrer Freundin Caro die einzige Holländerin in ihrer Schulklasse. Ihr bester Freund ist Mimun, ein Marokkanerjunge aus ihrer Klasse. Zwei Jahre sind sie miteinander gegangen, aber jetzt sind sie nur noch freunde, denn Mimuns Eltern haben bereits ein Mädchen für Mimun ausgesucht. Dann gibt es da noch ihren geschiedenen Vater Spiek, der Dichter ist. Ein zugegebenerweise etwas besonderer Dichter, denn er schreibt nichts auf. Er behält seine Luft für die Luftschlösser die er baut für sich selbst. Und in all diesem Gewirr verliebt sich ihre eigene Mutter noch in ihren Lehrer - Wie Oberpeinlich! Nein, es ist wirklich nicht einfach eine elfjährige zu sein.
Das Buch ist wirklich klasse zu lesen und an vielen Stellen musste ich herzhaft lachen, an Anderen ein paar Minuten nachdenken. Der Titel passt auch irgendwie zum Buch, denn Polleke lebt in einer Gesellschaft, die von vielen Kulturen geprägt ist, die so verschieden voneinander sind und doch mehr Gemeinsamkeiten haben als man auf den ersten Blick vermuten mag. Doch irgendwie schafft Polleke es, alle Fäden zu den für sie wichtigen Dingen und Menschen zusammen zu halten.
Ein wirklich schönes Buch entweder zum Vorlesen für die Kids oder zum träumen für die 'Erwachsenen' unter uns ;-)
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Baghira
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Kategorien: Bücher
Atonement – Joe Wright
Heute Abend bin ich mit Freunden ins Kino gegangen. Der Film, den wir uns eigentlich ausgesucht hatten war allerdings schon ausverkauft und so sahen wir uns nach einem neuen Film um. Ich war ganz erstaunt, als ich erfuhr, dass Atonement als Film erschienen ist, denn über die Weihnachtsferien hatte ich gerade das Buch von Ian McEwan gelesen und so war ich natürlich sehr gespannt auf den Film.Es ist nicht einfach ein solches Buch zu verfilmen. Die vielen epischen Beschreibungen, die tiefen Gedanken der Charaktere, die sich wie tragende Wurzeln in die eigentliche Handlung verflechten und so die Gefühle beim Lesen absolut real werden lassen. Und doch ist der Film ziemlich gut gelungen. Hätte ich das Buch vorher nicht gelesen, so hätte mich der Film sicherlich sehr beeindruckt.
Doch die eigene Phantasie ist immer noch die stärkste Inspiration. All die verschiedenen kleinen Szenen, die teils kleinen und unmerklichen Bewegungen der Charaktere gehen beim Kinofilm fast gänzlich verloren. Zum Beispiel die Gedanken als Cee in der Bibliothek langsam zurückweicht und was dies für sie bedeutet, die drückende Hitze des Sommers von 1935, die tiefe Zerrissenheit Brionys, all das kommt höchstens Ansatzweise im Film durch.
Und dennoch war es ein wirklich guter Film. Aber ich würde jedem raten erst das Buch zu lesen und dann den Film zu schauen, denn so erlebt man all die verschiedenen Szenen viel intensiver, denn man kennt die geheimsten Gedanken der Charaktere. Gedanken, die man als normaler Zuschauer nicht erahnt. Das macht den Film noch einiges eindrücklicher, als er ohnehin schon ist.
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Baghira
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Kategorien: Filme
