In letzter Zeit habe ich mich vermehrt mit dem Tango beschäftigt. Dies zwar nur auf ‚theoretische’ Art, aber ab nächstem Monat ist wieder ein Tangokurs angesagt. Seit April diesen Jahres, als ich meinen ersten Tangokurs belegt hatte, fasziniert mich dieser Tanz und ich war immer wieder erstaunt als Bekannte, mit denen ich mich über Tango unterhalten habe, diesen Tanz als künstlich oder überstilisiert bezeichneten, denn das trifft in keinster Weise das, was ich dabei empfinde.
Das Buch ‚Tango, die einende Kraft des tanzenden Eros’ von Ralf Sartori und Petra Steidl ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil ‚Der Tanz des Lebens’ wird der Tango aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Es geht hierbei jedoch nicht um die Technik des Tangotanzens, sondern dessen Entstehung, seiner Renaissance durch den re-import aus dem Paris der 30er Jahre nach Buenos Aires, seine Einbettung in die heutige Zeit und all die verbundenen philosophischen Aspekte, welche sich dadurch erschliessen.
Viele Themen kreisen um den männlichen und weiblichen Aspekt des Tangos, das damit verbundene Menschenbild, sowie die Effekte der Emanzipation der vergangenen Jahrzehnte auf die Seele des Tangos.
„Der Tango thematisiert uns selbst auf der Beziehungsebene, im Wesen, Persönlichkeit und Beziehungsverhalten. Er ist sowohl Spiegel wie auch Symbol in Bewegung. Im symbiotischen Verschmelzen drücken sich Regression und Identitätsverlust aus. Das Ideal im Tango weist jedoch in eine andere Richtung, nämlich die Identität im Du zu finden, welche einen Gegenpol zu diesem Du formt. Dies ist bekanntermaßen auch die wirksamste Methode, die Anziehung aufrechtzuerhalten.“
Ein ebenfalls ausgiebig besprochenes Thema ist die strikte Aufteilung zwischen führen und führen lassen, die im Tango sehr ausgeprägt ist und oftmals aus mangelnder Kenntnis heraus als Reminiszenz eines vergangenen, nicht-emanzipierten Zeitalters empfunden wird. Deutlich zeigt dieses Buch auf, dass das Führen des Mannes mehr mit dem Gespür für die Partnerin als mit partriarchalischen Strukturen zu tun hat.
Alles in Allem werden im ersten Teil sehr viele Parallelen zwischen dem Tanz und dessen Philosophie und unserem alltäglichen Leben gezogen. Hierbei sind mir viele Punkte in bleibender Erinnerung geblieben und ich verstehe nun etwas besser, warum mich der Tango so angesprochen hat.
Im zweiten Teil des Buches, welcher aus der Feder von Petra Steidl stammt, verliert der Tango aus meiner Sicht den zentralen Standpunkt und es geht in vermehrt transzendenter Weise um das Thema Eros und seinen Variationen. Natürlich ist auch hier der Bezug zum Tango deutlich. Doch so feingliedrig, wie das Thema Eros aufgenommen wird, hätte ich mir mehr Bezugspunkte und Verbindungen auf tiefer liegenden Ebenen zum eigentlichen Titel und Thema dieses Buches gewünscht.
„Wie kann man schenken, wenn man sich selbst auslöscht, wie nehmen, wenn man als Empfänger nicht mehr zugegen ist? Hingabe setzt die Bereitschaft voraus, die Mauern des eigenen Eros zu durchbrechen, um überhaupt in fremdes Leben hinüberlauschen, -fühlen, -lieben zu können. Hingabe meint, von den Mechanismen, den Trieben, den Wunschvorstellungen und Forderungen, den zwanghaft selbst erbauten Welt-, Denk- und Gefühlsmustern loszulassen, um sich auf die Liebe einlassen zu können, die in ihrer Fülle, ihren Möglichkeiten voller Unvorhersehbarkeiten ist und zahlreiche Überraschungen bereithält.“
Im dritten und kürzesten Teil des Buches findet man auf 22 Seiten einen kurzen Abriss über die Geschichte der Technik des Tangos. Dieser technischere Teil fällt für mich irgendwie aus dem Rahmen des Buches heraus und ist wohl eher als Einleitung (und Motivation) für ein anderes Buch, welches einer der Autoren veröffentlicht hat, zu verstehen.
Alles in Allem hat mir dieses Buch sehr gut gefallen und neben konkreten Dingen über den Tango habe ich auch wieder mal sehr viel über mich selbst erfahren. Schliessen möchte ich diesen Blogeintrag mit einem weiteren schönen Zitat aus dem Buch.
„Ist nicht die Leidenschaft Tochter der Sehnsucht, Kind eines kranken Herzens, das sich nach Berührung und Nähe verzehrt? Im Tango drückt sich der höhere Eros, wie auch der niedere aus. Letztlich orientiert sich die Sehnsucht im Tanz am Geist des Tänzers [...] Da sind wir also wieder bei der Leidenschaft. Tango drückt sie aus und stachelt sie an. Er ist das Gefäß für unsere Leidenschaft und schafft Raum, sie behutsam im Dialog miteinander als freies Ritual zu leben. Doch vergessen wir nicht, dass diese Art von Leidenschaft noch nicht der Gipfel des hohen Eros ist. Denn dieser Gipfel speist sich niemals aus Mangel, sondern aus der Fülle.“
Sonntag, 27. Juli 2008
Tango - Ralf Sartori und Petra Steidl
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Baghira
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Montag, 21. Juli 2008
Klassenlager
Es sind nun ca. 1 ½ Monate seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Eigentlich habe ich die letzten Jahre kaum nachträge gepostet, da ich relativ regelmässig geschrieben habe und es immer wieder Neues zu schreiben gab. Einen Nachtrag aus den letzten 1 ½ Monaten möchte ich jedoch dennoch gerne schreiben, da es ein besonderes Erlebnis für mich war.
In der letzten Juniwoche begleitete ich eine Freundin, die Lehrerin ist, als Aufsichtsperson eine Woche lang in ein Klassenlager am Bodensee. Das hat natürlich Erinnerungen aus meiner eigenen Schulzeit wachgerufen und so war es ein teilweise auch etwas komisches Gefühl als Betreuer und nicht als Schüler auf einem Klassenlager zu sein.
Als J. mir zum ersten Mal den Vorschlag machte, dass ich eine Woche als Betreuer mit auf ein Klassenlager gehen könnte, war dies ein zugegebenermassen etwas komischer Gedanke. Ich wusste auch nicht, ob es mir Spass machen würde, denn ich mag Kids zwar wirklich sehr, aber würde mir das Tohuwabohu (und diesmal auf der Seite des Betreuers) nicht zuviel werden?
Mit diesen Gedanken fuhr ich am Montagvormittag nach Kreuzlingen und traf dort am Pfadiheim zum ersten Mal auf die Klasse. Am Anfang hatte ich zwar meine liebe Mühe mit den Namen und den Gesichtern, doch das legte sich schnell obwohl ‚Namen & Gesichter’ nicht so zu meiner Stärke gehören. Da es an diesem Montag extrem heiss war und keinerlei Wolken am Himmel die Sonne in Zaum hielten, beschlossen wir am Nachmittag mit den Fahrrädern in die Badi zu fahren und das Klassenlager entspannt anzugehen.
Während der nächsten Tage machten wir Ausflüge zum Pfahlbaumuseum, dem Affenberg in Salem, der Meersburg, dem Sea Life Center und dem Zeppelinmuseum. Weiterhin haben wir an einem Abend das EM-Spiel zwischen Spanien und Russland in der UBS Arena in Kreuzlingen geschaut und einen anderen Abend zum Spieleabend auserkoren.
...und schwupps war es schon Freitag und die Woche war vorbei. Die Zeit im Klassenlager war wirklich extrem gut und es hat mir total viel Spass gemacht mit den Schülern immer wieder etwas zu unternehmen und mit ihnen den Tag zu verbringen. Die Kollegschaft mit den anderen beiden Betreuern war super und auch die Schüler haben mich immer wieder erstaunt ob ihrer starken sozialen Kompetenz. Natürlich gab es Streitigkeiten oder Unstimmigkeiten doch diese wurden stets in der ganzen Klasse abgefangen und schnell wieder geschlichtet oder beseitigt. Ich war sehr erstaunt und beeindruckt von der ganzen Klasse und habe mich jede Minute total wohl mit ihnen gefühlt. So wohl, dass ich manchmal innerlich 25 Jahre zurückblickte und mich fragen musste, was ich damals anders gemacht habe, denn an meine eigene Schulzeit habe ich bei Weitem keine so schönen Erinnerungen.
Es war eine wirklich tolle Woche in der ich einiges über mich selbst gelernt habe und währenddessen sehr viel Spass und Freude hatte. Eine wirklich tolle Erfahrung, die mein Leben sehr bereichert hat!
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Baghira
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Dienstag, 3. Juni 2008
Logotherapie und Existenzanalyse – Viktor Frankl
Heute habe ich fast den ganzen Tag damit verbracht vier Vorlesungen von Viktor Frankl über Logotherapie und Existenzanalyse anzuhören, mir die wichtigsten Erkenntnisse herauszuziehen und meine eigenen Gedanken dazu zu machen. Somit blieb nur wenig Zeit für die restlichen Dinge des Lebens aber immerhin habe ich meine komplette Wäsche gemacht sowie die Wohnung aufgeräumt. Eigentlich eine sehr gute Mischung an Tätigkeiten um glücklich zu sein ;-)
Die Vorlesungen stammen aus der Universität in Wien, wo Frankl sie 1972 gehalten hat. Sie sind also schon etwas älteren Datums und doch fand ich sie an vielen Stellen erstaunlich passend zum Zeitgeist unserer Jahre. Kurz umrissen sieht Frankl die Logotherapie und die Existenzanalyse als zwei Aspekte eines gemeinschaftlichen Systems. Während die Existenzanalyse die anthropologische Grundlage sowie das dazugehörige Menschenbild für die Logotherapie bildet, ist die Logotherapie selbst als die klinische Anwendung der Existenzanalyse zu verstehen. Aufbauend auf den drei anthropologischen Grundannahmen der Existenzanalyse
1) Freiheit des Willens
2) Wille zum Sinn
3) Sinn des Lebens
beschreibt Frankl die Kerngedanken der Existenzanalyse und kontrastiert deren klinische Anwendung in Form der Logotherapie zu anderen etablierten Therapieformen.
So sieht Frankl zum Beispiel im Kontrast zu den Verhaltenstherapeutischen und Analytischen Ansätzen in dem Postulat der Freiheit des Willens, die Möglichkeit eines Individuums sich von sich selbst zu distanzieren oder sich sogar selbst zu transzendieren. Dies steht in klarem Widerspruch zu den oben genannten klassischen Sichtweisen der Psychotherapie, denn diese postulieren diverse deterministische Triebkräfte, denen der Mensch ausgeliefert ist und durch sie determiniert ist (i.e. Freudsches Lustprinzip).
Der Wille zum Sinn hingegen steht für Frankl in klarem Widerspruch zum alt hergebrachten Homöostaseprinzip, nach dem der Mensch versucht seine inneren Bedürfnisse und Triebe zu befriedigen um ein inneres Gleichgewicht herzustellen. Ganz im Gegensatz hierzu geht es bei Frankl um die Überwindung der Homöostase als Mittel zur Ergründung des Sinn im Leben.
Weiterhin zieht Frankl gegen den modernen Reduktionismus ins Feld. Einem Reduktionismus, der das Mensch-Sein auf Basis der Primaten erklärt, der Liebe auf Sexualität reduziert oder das Gewissen auf eine unzugängliche Instanz genannt das Über-Ich verkümmern lässt. Die Rückführung auf sub-humane Identitäten, die wir mit unseren tierischen Vorfahren teilen, bewirkt nämlich genau die Leugnung des Sinnes, denn es gilt als allgemein anerkannt, dass Tiere weder ein Verständnis für Sinn haben, noch nach ihm streben. Folglich sind eben jene sub-humane Identitäten ungeeignet das Mensch-Sein zu ergründen. Ein dennoch striktes Beharren auf den Reduktionistischen Grundideen führt nach Frankl automatisch zur Leugnung des Sinns des Lebens und ist ein heute weit verbreitetes Symptom verschiedenster Gesellschaften verteilt über die ganze Welt.
Wenn wir Freiheit des Willens postulieren und den Willen zum Sinn annehmen, so wäre es nahezu sadistisch den Sinn des Lebens selbst in Frage zu stellen. Auf der Suche nach diesem Sinn postuliert Frankl drei grundsätzliche Arten der Sinnfindung:
1) Schöpferische Werte
2) Erlebniswerte
3) Einstellungswerte
Während es sinngebend sein kann schöpferisch tätig zu sein und Werte zu erschaffen, so ist es nach Frankl ebenso sinngebend, diese werke zu erleben und zu erfahren. So kann zum Beispiel das Betrachten eines schönen Kunstwerkes, die Suche nach der allumfassenden Weltformel in der Wissenschaft, sowie der Glaube an das Gute im Menschen sinnstiftend sein. Der dritte und letzte Punkt der Sinngebenden Werte taucht an vielen Stellen der vier Vorlesungen wieder auf und ist mit grosser Sicherheit in Frankls eigener Biographie begründet. Als Überlebender des Holocaust postuliert Frankl Sinn in der Art und Weise wie wir mit Schicksalsschlägen umgehen. So gibt es für Frankl kein grösseres Sinnstiftendes Prinzip als Zeugenschaft für die menschliche Potentialität abzulegen. Hierfür führt Frankl diverse Beispiele aus Extremsituationen an.
Im Anschluss erläutert Frankl die beiden Grund-Techniken der Logotherapie
1) Re-Reflexion
2) Paradoxe Intention
Und untermalt diese in vielfältigen Beispielen aus seiner, wie auch der Erfahrung anderer Psychologen.
Ich könnte wohl noch viel zu dieser Vorlesung schreiben, doch ist das nicht der Sinn des Blogs alles (reduktionistisch ;-) ) wahrheitsgetreu wiederzugeben. Vielmehr soll dieser Blogeintrag auf das Thema hinweisen und Lust und Neugier wecken sich ebenfalls mit diesen Themen zu beschäftigen, denn sie sind aus meiner Sicht hoch spannend und berühren einen der konkret wichtigsten und doch transzendentesten Pfeiler in meinem Leben, den Sinn. Für alle Sinn- und Glücks-Sucher sehr zu empfehlen ;-)
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Baghira
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Sonntag, 1. Juni 2008
Faszination Fliegen
Dies wird wohl einer der untypischsten Blogeinträge seit mein Blog existiert. Eigentlich habe ich nicht viel mit dem Militär am Hut (ich war ja auch nie Mitglied in diesem Verein ;-) ) aber die Fliegerei fasziniert mich einfach.
Wenn ich diese Bilder so sehe bekomme ich richtig Sehnsucht nach der Fliegerei. Die Kraft von solchen Flugzeugen, der Lärm, der Kerosingeruch zusammen mit der Freiheit der pfeilschnellen dreidimensionalen Bewegung (und dann noch mit so viel Power in den Alpen) fasziniert mich einfach. Vielleicht klingt das für einige etwas pubertär doch ‚so what’, diese Bilder berühren eine grosse Leidenschaft von mir ;-) und ausserdem finde ich das Video sehr gut geschnitten und vertont.
Aber leider fliege ich nur kleine Propellermaschinen. Mal so nen Jet zu fliegen wäre ein echter Traum (den ich mir irgendwann ganz sicher mal erfüllen werde)!
Auf jeden Fall ist unser Akro Flieger im Verein bald wieder zurück aus der Wartung und ich habe mir vorgenommen mal wieder etwas mehr Kunstflug zu machen und dieses Jahr richtig zu trainieren.
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Baghira
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Donnerstag, 29. Mai 2008
Der Panther
Vor einiger Zeit war ich mit einer lieben Bekannten Essen und unter ganz vielen Themen, die wir an diesem Abend gestreift hatten, war auch das Thema ‚Krafttier’. Als sie mir das Konzept eines Krafttiers erläuterte, machte sich mein Kopf natürlich gleich auf die Suche nach meinem Krafttier. Es dauerte eine Weile, aber fast gleichzeitig sagten wir ‚Schwarzer Panther’ ;-). Einige Tage später schickte sie mir zwei eingescannte Seiten aus einem Buch über Krafttiere. Diese Seiten sind mir heute beim Aufräumen wieder in die Hände gefallen und ich dachte sie passen wunderbar auf den Blog, der schon (mehr oder weniger unbewusster Weise damals) den Namen eines Panthers trägt. Was davon auf mich zutreffen mag ist wohl eher von aussen ersichtlich. Das müssten meine Freunde beantworten. Doch beschreibt dieser Text in ganz vielen Dingen meine Haltung zum Leben und somit auch die Art und Weise, wie ich mein Leben führen möchte. Es hat erstaunlich gut gepasst.
Panther (Qualität: Leidenschaft)
Die Botschaft des Panthers:
»Ja, ich bin ein grosser Jäger. Ich verfolge meine Beute mit grösster Ausdauer und grösstem Zartgefühl. Selbst im Augenblick des Zuschlagens bin ich voller Wertschätzung, dass die Seele dieses Wesens, das sich hingegeben hat, damit einverstanden ist. Es ist eine Entscheidung aus Liebe, nicht aus Angst, wie ihr meint. Diese Liebe bezieht sich nicht nur auf mich und meine Familie, sondern sie ermöglicht es allem Lebendigen, sich in den grossen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt weiterzuentwickeln. Für dich geht es darum, jene Teile deines Egos und deines Bewusstseins aufzuspüren, die geschwächt sind, veraltet, instabil und für die Gesamtheit deines Wesens nicht mehr nützlich. Indem du diese Aspekte in das Licht der Aufmerksamkeit holst, sogst du dafür, dass etwas neu geboren werden kann, was deinem Wachstum dient. So gibst du deiner Seele Raum und Unterstützung, um ihre Bestimmung zu erfüllen.
Die Jagd dauert nur kurze Zeit, denn die stehen immer viele Ressourcen zur Verfügung, um deinen Körper und deine Seele zu nähren. Zwischen den kurzen Perioden, in denen du dich um die Befriedigung deiner grundlegenden Bedürfnisse kümmern musst, steht dir viel Zeit zur Verfügung, um dich deinen irdischen Leidenschaften hinzugeben – Leidenschaften, die deine Seele entflammen. Dabei geht es nicht nur um Sexualität, sondern auch um das Leidenschaftliche Auskosten des Gefühls der warmen Brise auf deiner Haut, der Schönheit des Sonnenaufgangs, der Lieder deiner Kinder, des regelmässigen Schlagens deines Herzens und des Duftes der Haut deines Liebsten. Es ist ein Fehler, Leidenschaft nur auf Sexualität zu beziehen. Lass lieber jeden Atemzug, jede Bewegung von Leidenschaft durchdrungen sein. Lass die Leidenschaft durch dich leben und zum Ausdruck kommen, als du selbst«
Wenn der Panther dein Krafttier ist, so heisst das:
- Du arbeitest am besten unter Druck, doch du kannst ein Gleichgewicht herstellen, weil du dir immer wieder Zeit zum Ausruhen und Spielen nimmst.
- Sobald Du ein Ziel oder einen Traum hast, arbeitest Du still und zielstrebig auf die Verwirklichung hin, denn du weißt, dass zu viel Gerede deine Motivation schwächt und die Manifestation gefährden kann.
- Du bist sehr taktil und sinnlich. Du kommunizierst oft durch Berührung, doch du bist so empfindlich, dass die falsche Art von Berührung dich reizen kann. Angenehme Berührungen können dich dagegen beleben und energetisieren.
- Du hast das angeborene Talent einer aussergewöhnlichen Einsicht, einem inneren Wissen. Dadurch hast du dich Zeit deines Lebens anders als andere gefühlt.
Bitte um die Hilfe des Panthers, wenn…
- du dich fürchtest oder bedroht fühlst und einen starken Schutz brauchst.
- du eine Zeit des Leidens oder gar einen metaphorischen Tod durchgemacht hast und die Unterstützung dabei wünschst, mit einer Wiedergeburt diesen Zyklus zu vollenden und wieder in deine Kraft zu kommen.
- Du verwundet wurdest, sei es körperlich oder emotional, und Hilfe bei der Heilung brauchst.
- Du mit einem Aspekt deines Lebens oder deines Charakters konfrontiert wirst, den du verdrängt, vermieden oder im Schatten stehen gelassen hast, weil er dir unangenehm war. Jetzt allerdings bist du bereit, dich mit diesem Aspekt auseinanderzusetzen, egal welche Konsequenzen das haben könnte.
Zugang zur Kraft des Panthers
- Verbringe etwas Zeit mit deinem Liebespartner, in der ihr miteinander allein seid, euch berühren und miteinander zärtlich sein könnt. Geniesse die Sinnlichkeit der Erfahrung, ohne dass sie unbedingt zum Geschlechtsverkehr führen muss.
- Schreibe in dein Tagebuch oder auf ein Blatt Papier den Satz: »Ich bin jetzt bereit, … loszulassen« und liste dann all die Situationen, Menschen und Aspekte deines eigenen Charakters auf, die du bereit bist, jetzt gehen zu lassen.
- Geh auf die Pirsch. Geh barfuss, langsam und so lautlos wie möglich über die Erde. Richte die Füsse dabei ein wenig nach innen, sodass die Aussenkante der Fusssohle als Erstes den Boden berührt.
- Achte im Laufe des Tages genau auf die Empfindungen in deinem Solarplexus (dem dritten Chakra), dem Sitz deines Bauchgefühls. Bemerke, wenn sich dieser Bereich deines Körpers anspannt und welche Gedanken oder Umstände dies ausgelöst haben.
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Baghira
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23:12
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Mittwoch, 28. Mai 2008
Glück und Architektur – Alain de Botton
Als ich neulich wieder mal durch die Buchhandlung schlenderte und nach neuen Büchern Ausschau hielt sah ich, dass Alain de Botton ein Buch geschrieben hat welches ich noch nicht kannte. Sofort fühlte ich mich zurückversetzt in das Jahr 2003 als ich nächtelang auf den, von der Sommersonne aufgeheizten Steinen am See bis spät in die Nacht sass und die Bücher nur so verschlang. In diesem Jahr hatte ich auch die meisten andern Bücher von de Botton gelesen (‚Versuch über die Liebe’, ‚Wie Proust ihr Leben verändern kann’, ‚Trost der Philosophie’ und ‚Isabel’) und nicht ohne etwas von der Melancholie diesen Jahres zu verspüren, nahm ich das Buch und wollte es schon bezahlen als mir plötzlich ein weiteres auf einem Stapel in der Nähe der Kasse in die Augen fiel. Eine gute Bekannte aus demselben Jahr lachte mir entgegen – Siri Hustvedt (mehr dazu in einem der folgenden Blogeinträge). Vielleicht ein Zufall und dennoch gibt es viele Anzeichen dafür, dass 2008 für mich ebenfalls ein ähnlich einschneidendes Jahr werden wird wie es 2003 gewesen ist. Nun aber zum Buch selber.In seiner gewohnt flüssigen und eingängigen Schreibweise entführt uns de Botton diesmal in die Welt der Architektur und damit natürlich auch in die Welt der Schönheit, Eleganz, Ästhetik und der Ideale. Welche Orte tun uns gut, Wie muss ein Ort geschaffen sein, dass er mir Kraft gibt, was ist ein schönes Gebäude und welchen Einfluss hat dieses auf mein ganz persönliches Glücksgefühl? All diesen und weiteren Fragen geht de Botton auf 287 Seiten nach.
»Zwar ist es keineswegs ungewöhnlich, dass wir etwas schönes kaufen wollen, sobald wir es sehen, doch wünschen wir uns vermutlich weniger, das Schöne zu besitzen, als vielmehr dauerhaften Anspruch auf die inneren Werte erheben zu können, die es verkörpert. […]
Zu kaufen, was wir schön finden, mag sogar die phantasieloseste Art sein, mit jener Sehnsucht umzugehen, die das Schöne in uns erregt, so wie der Versuch, mit jemandem zu schlafen, die dümmste Reaktion auf eine Regung der Liebe sein kann.«
Ausgehend von einer generellen Betrachtung über die Bedeutung der Architektur sowie verschiedener Baustile kommt der Autor relativ schnell auf die Themen, welche die Psychologie des Glücks und Architektur in Beziehung setzen. Wer hier jedoch eine tiefgründigere psychologische Betrachtung erwartet wird enttäuscht. Auf der Basis einer vorwiegend phänomenologischen Betrachtungsweise, führt uns de Botton durch die zentralen Kapitel dieses Buches über die ‚Ideale des Daheimseins’ und ‚die Tugenden von Gebäuden’. Seine Thesen und Sichtweisen werden mit viel Bildmaterial und Beispielen aus den verschiedensten Epochen und Stilrichtungen untermalt und plausibilisiert.
»Wie die Gebäude vereinen auch wir Gegensätze, die wir mehr oder minder erfolgreich im Gleichgewicht halten. Und wir können ebenfalls zu Extremen neigen – zu Chaos oder Strenge, Dekadenz oder Askese, Machismo oder Effemination-, obwohl wir instinktiv ahnen, wie sehr unser Wohlbefinden davon abhängt, dass wir unsere Polaritäten zugleich aushalten und ausschalten können. […]
Wenn uns der Anblick einiger subtil ausbalancierter Gebäude berührt, dann deshalb, weil sie uns exemplarisch zeigen, wie wir zwischen widersprüchlichen Seiten unserer Persönlichkeit vermitteln und selber aber danach streben können, aus verstörenden Widersprüchen etwas Schönes erstehen zu lassen.«
»Unbarmherzig beansprucht die Arbeit nur eine schmale Bandbreite unserer Möglichkeiten, reduziert unsere Hoffnung auf eine ausgewogene Persönlichkeit und lässt uns fürchten (meist an einem Sonntagabend bei Einbruch der Dämmerung), dass viel von dem, was wir sind oder sein könnten, unerforscht bleibt.«
Wäre das Buch jedoch nicht von de Botton gewesen, so hätte ich es mir (allein ausgehend vom Titel) vermutlich nicht gekauft. Doch der Autor schafft es tatsächlich einem architektonisch Ungebildeten wie mir, die Architektur und deren Bezug auf die menschliche Psyche näher zu bringen. Es war spannend und interessant zu lesen obgleich ich dieses Buch in meiner persönlichen de Botton-Bestenliste nach ‚Die Kunst des Reisens’, ‚Versuch über die Liebe’, ‚Wie Proust ihr Leben verändern kann’ und ‚Trost der Philosophie’ erst auf Platz fünf einreihen würde.
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Baghira
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Montag, 26. Mai 2008
Ein Vormittag am Zoll oder eine gute Lektion in Bezug auf ‚Ich will’
Eigentlich hatte ich den Tag heute gut verplant aber das Leben hat sich nicht dran gehalten – Frech, oder?
Als ich heute Morgen um 06:00 nach einer viel zu kurzen Nacht aufstand, war ich eigentlich schon zu spät dran, denn ich hatte um 09:00 einen Termin beim Autohändler in Deutschland. Da ich die Tage zuvor ergebnislos versucht hatte einen Termin in den BMW Garagen in Zürich für einen Service zu bekommen, habe ich kurzerhand einen Termin in der Stadt meiner Eltern in Deutschland gebucht und plante den Service mit einem Besuch bei ihnen zu verbinden. Etwas in Eile packte ich meine Dinge und machte mich auf den Weg - bis mein Tatendrang am Zoll gebremst wurde. Wider Erwarten wurde ich angehalten (das passiert mir sonst eigentlich nie) und der Zöllner begann mit einer Reihe ungewöhnlicher Fragen.
Zöllner: »Ist das Ihr Auto?«
Baghira: »Ja.«
Zöllner: »Was wollen Sie in Deutschland?«
Baghira: »Meine Eltern besuchen.«
Zöllner: »Haben Sie noch ein anderes Auto?«
Baghira: »Ja.«
Zöllner: »Wo steht dieses?«
Baghira: »In Zürich.«
…
Und so setzte sich der Dialog fort. Nachdem der Zöllner auch die Marke, das Baujahr und den genauen Standort des Autos wusste und ich immer verwunderter ob seiner Fragen war, sagte er »Sie werden schon verstehen, dass wir Sie ohne Nummernschild nicht einreisen lassen können«. Nun war alles klar. Ich hatte in der Eile des Morgens vergessen, das Wechselnummernschild vom anderen Auto umzuhängen.
Noch in der festen Überzeugung, dass es sich dabei um eine Lappalie handelt, musste ich über meine Schussligkeit laut lachen. Die Angelegenheit beim deutschen Zoll war auch schnell erledigt. Schwieriger stellte sich die Situation bei den Schweizer Kollegen dar. Nach etwa einer halben Stunde an Überprüfungen wurde mir mitgeteilt, dass mein Vergehen mit CHF 140.- geahndet werden würde, eine Polizeistreife in Zürich entsandt werden würde, die sich versichern sollte, dass das andere Auto mit den Nummernschildern ordnungsgemäss in der Garage steht und dass ich keinesfalls ohne Nummernschilder weiterfahren dürfte. Zwar hatte der Zöllner noch versucht bei der Kapo zu erwirken, dass ich wenigstens so zurückfahren könne um die Schilder zu wechseln, doch anscheinend ohne Erfolg.
In dieser Situation kamen mir auch spontan Milgrams Experimente in den Sinn über welche ich mich neulich mit einer sehr netten Person unterhalten habe ;-), denn der persönliche Kontakt mit den Zöllnern war nett, höflich und hilfsbereit. Die Kapo, zu welcher der Zöllner lediglich telefonischen Kontakt hatte war jedoch unpersönlich und stellte sich sehr schnell stur. Analog eben zu Milgrams Experimenten, bei denen die Absenz des persönlichen Kontaktes auch sehr viel harschere Reaktionen und gesteigerte Obrigkeitshörigkeit zur Folge hatte.
Zum Glück erklärte sich ein guter Freund von mir sofort bereit meine Nummernschilder an die Grenze zu bringen. Dennoch stand ich insgesamt ca. 4 Stunden am Zoll, las etwas und träumte etwas vor mich hin. Und so kamen mir eben auch einige Gedanken zum Thema ‚Ich will…’. Denn anfänglich als mir erklärt wurde, dass ich den Wagen stehen lassen muss, herrschte in mir ein etwas trotziges Gefühl im Sinne von ‚Ich will jetzt aber weiter fahren, denn ich habe mir doch in den Kopf gesetzt heute den Wagen zum Service zu bringen.’ vor. Früher hätte mich dieses Gefühl wohl schnell ärgerlich gemacht. Doch es war schön zu sehen wie schnell dieses Gefühl wieder vorbei war und durch die Frage ‚mal schauen, was der heutige Tag noch mit sich bringt’ ersetzt wurde. Und in der Tat, anstatt eines langweiligen Service Termins verbrachte ich ein paar Stunden mit einem guten Freund total entspannt beim Mittagessen und Kaffee in Konstanz. Eigentlich ein sehr guter Tausch!
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Baghira
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