Als ich mit Demian fertig war und merkte, dass ich schon etwas rot von der Sonne wurde habe ich mich ins Starbucks zurückgezogen und das zweite Buch heute gelesen.
Linda wurde von ihrem Mann verlassen. Vincent verlor seine Frau und sein zweites Kind durch dessen Geburt. Beide versuchen einen Neuanfang und gehen zusammen in die Ferien, da sie erfahren wollen, wie es mit all diesen Erfahrungen ist zusammen zu leben. Das Buch ist aus der Perspektive von Linda geschrieben, die die Geschehnisse um sie herum kommentiert und analysiert. Sie erzählt von typischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen und von der Schwierigkeit zwei Familien mit ihrer eigenen Geschichte zu einer zu verschmelzen.
Zwar finden sich einige gute Gedanken im Buch, doch hat es mir nicht wirklich gefallen. Ich empfand das Buch und Lindas Erzählung zu lamentierend und depressiv. Eigentlich gibt es nichts ausser Probleme in diesem Buch und diese scheinen auch irgendwie den Handlungsstrang zu bilden. Auch fand ich die Erzählperspektive nicht glücklich um das Zusammenspiel der verschiedenen Personen zu verdeutlichen.
Kleine Highlights waren immer wieder diverse Betrachtungen und Beiläufigkeiten, die die Autorin gut beobachtet einstreut und so der Geschichte einen Widererkennungswert in Bezug auf das eigene Leben gibt. Alles in Allem kann ich aber dieses Buch nicht weiter empfehlen.
Sonntag, 17. Juni 2007
Im Schatten der Wellen – Brigitte Giraud
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Baghira
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Demian - Hermann Hesse
Heute bin ich 5 Stunden am See in der Sonne gelegen und hab Demian von Hermann Hesse gelesen. Das buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich den Schreibstil von Hesse nicht immer einfach finde. Im Buch erzählt Emil Sinclair chronologisch aus seinem Leben. Seinen Anfang findet Emils Erzählung im Alter von zehn Jahren. Emil ist Schüler der Lateinschule und wächst in einem wohl behüteten Elternhaus auf. Eigentlich könnte er sich dem Kindsein hingeben und sich im Schutze der Elterlichen Umgebung geborgen fühlen. Doch irgendetwas zieht ihn in das, was er die 'dunkle Seite' nennt. Er verstrickt sich in Lügen und Zwängen, die einem Erwachsenen wohl nicht so schwerwiegend vorkommen, aber aus der Sicht eines Kindes in diesem Alter bedrohliche Formen annehmen. Ich finde Hesse ist es sehr gut gelungen, genau dies zu beschreiben. Man kann richtig mitfühlen, wie bedroht sich Emil gefühlt haben muss.
»Ich weiß, daß manche nicht glauben werden, daß ein Kind von noch nicht elf Jahren so zu fühlen vermöge. Diesen erzähle ich meine Angelegenheit nicht. Ich erzähle sie denen, welche den Menschen besser kennen. Der Erwachsene, der gelernt hat, einen Teil seiner Gefühle in Gedanken zu verwandeln, vermißt diese Gedanken beim Kinde und meint nun, auch die Erlebnisse seien nicht da. Ich aber habe nur selten in meinem Leben so tief erlebt und gelitten wie damals.«
Es ist in diesen jungen Jahren, dass Emil Max Demian kennen lernt. Einen Jungen, etwas älter als er selbst und doch mit viel mehr Erfahrung und sogar Weisheit, wie Emil immer wieder feststellt. Max wird zu einem wichtigen Pfeiler in Emils Leben und in der einen oder anderen Form tritt Max immer wieder in sein Leben, auch wenn sie sich über lange Zeit nicht zur Gesicht bekommen.
Die Dialektik zwischen dem Guten und Dunklen zieht sich auch als roter Faden durch das ganze Buch. Immer geht es um deren Zusammenspiel. Einmal befindet sich Emil auf der Einen, später wieder auf der anderen Seite. Beide Seiten geben ihm jedoch nicht das, was er sucht und so beginnt er im Laufe der Zeit beide Seiten zu verheiraten. Er entdeckt beide Teile in sich selbst und lernt beide ohne Abscheu zu betrachten und anzuerkennen. Je mehr sich Emil Sinclair selbst erforscht, desto mehr merkt er, dass das Dunkle und Schlechte nicht stets verabscheuenswert ist, genau wie das Gute nicht immer das ist, als was es sich präsentiert. Es ist unheimlich spannend bei der Synthese der Beiden Welten im Laufe des Buches dabei zu sein und das was Emil dabei durchlebt mit seinem eigenen Leben zu vergleichen. Ich bin mir sicher, dass viele Parallelen kaum zufälliger Natur sein dürften, aber im Menschsein selbst begründet sind.
»Lieber Sinclair, unser Gott heißt Abraxas, und er ist Gott und Satan, er hat die lichte und die dunkle Welt in sich. Abraxas hat gegen keinen Ihrer Gedanken, gegen keinen Ihrer Träume etwas einzuwenden. Vergessen Sie das nie. Aber er verläßt Sie, wenn Sie einmal tadellos und normal geworden sind. Dann verläßt er Sie und sucht sich einen neuen Topf, um seine Gedanken drin zu kochen.«
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Baghira
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Samstag, 16. Juni 2007
Odette Toulemonde - Eric-Emmanuel Schmitt
Wie so oft in diesem Jahr habe ich mein Wochenende mit einem mehrstündigen Bad angefangen und ein Buch gelesen.das neuste Buch von Eric-Emmanuel Schmitt besteht aus acht Novellen, die er in der Zeit in der er als Regisseur für seinen ersten Film arbeitete geschrieben hat. Bezeichnenderweise trägt sein neuer Film ebenfalls den Titel 'Odette Toulemonde'.
In einer gewissen Weise geht es in fast allen der acht Geschichten um irgendeine Art von Abschied. Allerdings ist der Abschied nicht das zentrale Thema sondern eher wie sich der Abschied auf den betreffenden Menschen auswirkt. Das Wort Abschied ist hier wohl vielfältig zu sehen, denn neben dem Abschied von einem Menschen der gestorben ist geht es auch um Abschied von seinen Gewohnheiten, Erfahrungen oder seiner Vergangenheit. Für mich war es der rote Faden, der sich durch die acht Geschichten zieht.
Allerdings gab es für mich auch einen zweiten Faden; einen subtileren. Dieser verbindet für mich speziell die beiden Geschichten 'Ein schöner Regentag' und 'Die Fälschung'. Dieser Faden liesse sich wohl so umschreiben:
Gebührt es einer Liebe nur, wenn man aus ihr heraus handelt? Oder gibt es eine art versteckter Liebe, die sich im Bewusstsein in mannigfaltiger Form manifestieren kann (in einigen Geschichten sogar als Hass oder Gleichgültigkeit) und die dennoch vom Anderen als Liebe empfunden wurde und dadurch auch für den Sender zur Liebe geworden ist?
Ich habe auf jeden Fall viel über dieses Thema nachgedacht und mir haben alle acht Novellen sehr gut gefallen. Nun muss ich mich aber beeilen, denn draussen scheint die Sonne und ich möchte noch in die Sonne am See liegen und dort ein neues Buch anfangen. Was es sein wird kann ich noch nicht sagen. Mal schauen, was mir als erstes in die Hände fällt.
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Baghira
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Mittwoch, 13. Juni 2007
Märchen aus Malula – Rafik Schami
Heute war einer der Tage, die mich an das Jahr 2003 erinnern. Ich bin schon relativ früh von der Arbeit gekommen und bin dann erst mal Biken gegangen. Danach bin ich an den See gefahren und habe an meinem Lieblingsplatz gesessen und bis in die Nacht gelesen. Es war ein wirklich schöner Abend und er wäre noch schöner gewesen, wenn es meiner besten Freundin gerade etwas besser gehen würde. Ich wünsche ihr von hier aus ganz viel Glück!Nun aber zum Buch. Wie das letzte Buch von Rafik Schami welches ich gelesen habe, ist auch dieses eine Sammlung von Geschichten/Märchen. Diesmal sind es allesamt Märchen aus Malula, dem Heimatdorf seiner Familie. Viele Themen und Bilder, die Schami in seinem Buch verwendet, findet man zwar auch in europäischen Märchen wieder aber dennoch sind es durch und durch arabische Märchen. Mir hat das Buch gut gefallen, wenngleich man auch sagen muss, dass mir manchmal etwas die Tiefe der Gedanken in den Märchen gefehlt hat. Aber das mag auch daran liegen, dass ich sonst kaum Märchen lese. Dennoch hat es spass gemacht die Märchen zu lesen, denn die Bilder, die Schami dort zeichnet sind ästhetisch, interessant und manchmal angenehm ungewohnt für uns aus der westlichen Welt.
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Montag, 11. Juni 2007
Veronika beschließt zu sterben – Paulo Coelho
Veronikas Leben plätschert vor sich hin. Völlig gleichmässig geht es seinen Gang der Dinge und so beschliesst sie es zu beenden. Die Lethargie und die Ohnmächtigkeit des Seins in der Welt treiben sie dazu jede einzelne Tablette willentlich zu schlucken.Als Veronika erwacht, findet Sie sich jedoch in Villete, der bekannten Nervenanstalt in Ljubljana wieder. Dort erfährt sie, dass sie aufgrund des Tablettenmissbrauchs und der damit einhergegangenen Schädigung ihres Herzens lediglich noch eine Woche zu leben hat. Anfangs hält sie noch an ihrem Plan fest, doch mehr und mehr entdeckt sie, dass Normalität und Verrücktheit bei Weitem nicht nur das sind, was die Gesellschaft aus ihnen macht. Im Schutze der geschlossenen Abteilung, die die Insassen vor der angeblichen und normativen Realität der Aussenwelt schützt, entdeckt Veronika ihre eigene Welt.
Dort lernt Veronika auch andere Menschen kennen, denen es in gewisser Hinsicht ähnlich ergeht. Auch sie haben sich von der Macht der normativen Normalität ins Boxhorn jagen lassen und an sich selbst gezweifelt. Ermutigt von den Erfahrungen der Anderen geht Veronika auf die Suche nach ihrer eigenen Wahrheit und ihren eigenen Gefühlen.
"»Deshalb habe ich geweint«, sagte Veronika. »Als ich die Tabletten genommen habe, wollte ich jemanden umbringen, den ich haßte. Ich wusste nicht, dass es in mir andere Veronikas gab, die ich lieben könnte«“
Stellenweise hat mich das, was Coelho in seinem Buch beschreibt stark an meine Gedanken erinnert, die ich (unter Anderem) im letzten Blogeintrag niedergeschrieben habe (03. Juni 07: „Wer kennt es nicht, das Gefühl…“). Auch Veronika entdeckt die Krusten und Strukturen, die ihr einst hilfreich gewesen waren um ihr Leben zu meistern, die sie aber nun zunehmend davon abhalten, ihr gewachsenes, neues Ich zu entdecken. Und in der Tat, etwas Verrücktheit im Leben hilft diese Strukturen abzuschütteln und sich selbst neu zu entdecken. So sagt Veronika auch:
„»Ich hätte verrückter sein sollen«. Doch wie die meisten Menschen entdeckte sie das zu spät.“
Bei all den Fehlern, die ich in meinem Leben gemacht habe bin ich doch froh, dass ich diese Erkenntnis schon sehr früh gefunden habe und bis heute stellenweise danach lebe.
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Baghira
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Sonntag, 3. Juni 2007
Das letzte Wort der Wanderratte - Rafik Schami
Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null und sie nennen ihn ihren Standpunkt.
Nach den zwei Wochen Zelten bei teilweise sehr starkem Regen und Sturm war es wieder mal eine richtige Wohltat in meiner Badewanne zu liegen, mein MacBook mit iTunes sowie Capuccino neben mir zu haben und einfach 3h zu lesen.
Das letzte Wort der Wanderratte ist eine Sammlung von sieben Geschichten. Teils sind es Märchen, teils Fabeln oder aber utopische Geschichten. In allen diesen Geschichten geht es jedoch in irgendeiner Art um Heimat, Ferne, Heimweh oder einfach nur die manchmal verbohrte Sichtweise der Menschen, die es nicht wagen über ihren Tellerrand zu schauen. Hierzu ist mir übrigens öfters ein Zitat von Einstein eingefallen, welches ich erschreckend (auch manchmal auf mich bezogen) zutreffend finde:
Auch wenn mich das Buch nicht so wie manches Andere bewegt hat, hat es mir doch einiges zu Denken gegeben. Zu Denken bezüglich den Dingen, die wir um uns herum im Leben fein säuberlich anordnen und gestalten, so dass sie uns Halt und Struktur geben wenn wir dies brauchen. Aber eben diese Dinge behindern uns auch. Sie behindern uns daran konstant weiter zu lernen, neues zu entdecken und als Mensch immer bei uns selbst zu sein und nicht in einem Bild von uns selbst zu verharren, das längst nicht mehr von unserer Seele getragen wird.
Wer kennt es nicht, das Gefühl manchmal ausbrechen zu müssen oder das Gefühl, dass man sich selbst ein Unglück anzettelt, nur damit man diese Strukturen abschüttelt, mit denen man zu lang gelebt hat und die einem nach all ihrer Hilfe nun hinderlich geworden sind. Mein Wunsch ist es irgendwann einmal so sensibel mir gegenüber zu sein, dass ich stets merke, was mein Innerstes gerade fühlt, denn wenn ich es spüre, dann kann ich ihm auch Platz geben zu Sein. Schön allerdings ist es zu sehen, dass ich dies schon viel besser kann als früher.
Dies hat mich gerade an die zweite Geschichte in dem Buch erinnert, in der der sterbende Vater seinem jüngsten Sohn auf dem Sterbebett sagt „Dein Haus ist die Unruhe, dein Tag die Ungewissheit, doch in der Suche liegt dein Glück. Dir soll mein Esel gehören.“, und ihm seinen Esel vermacht, mit dem der Sohn zusammen im Verlaufe der Geschichte die Welt und auch sich selbst erkundet und entdeckt.
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Baghira
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Höhlentauchen in Frankreich
Seit Längerem gab es auf meinem Blog keinen Eintrag mehr. Das lag daran, dass ich die letzten zwei Wochen in Frankreich zum Höhlentauchen war. Da ich letztes Jahr erst relativ spät losgekommen bin und mich die lange Fahrt in die Dordogne etwas mitgenommen hatte, habe ich mich dieses Jahr entschlossen bereits am Donnerstag Abend zu fahren, so dass ich am Freitag Morgen nach etwas mehr als 9 Stunden Fahrt in Rocamadour angekommen bin.
Den Freitag und Samstag habe ich dann mit Einrichten, Flaschen füllen und Entspannen verbracht. Der erste Tauchtag führte uns in den Süden an die Emergence du Ressel und am Nachmittag an die Trou Madame. Speziell die Trou Madame hat uns aber dann doch sehr geschlaucht, denn das Wasser stand relativ tief und so mussten wir uns mit der kompletten Ausrüstung zuerst das Bachbett hinauf und dann auf Knien noch ca. 50m in die Höhle hinein vorarbeiten bis wir abtauchen konnten. Beide Tauchgänge waren jedoch wunderschön.
Damit sich auch die nicht-Taucher einen Eindruck verschaffen können, verlinke ich hier auf Videos der 'Emergence du Ressel' sowie der 'Trou Madame', welche von unseren Polnischen Kollegen in 2006 aufgenommen wurden.
Am nächsten Tag haben wir uns mit lediglich einem Tauchgang in der 'Source de Landenouse' begnügt, denn die lange Anfahrt sowie das umständliche Abseilen des gesamten Materials ist doch etwas Zeitaufwendig. Auch hier wieder ein Video der 'Source de Landenouse'.
Am Dienstag haben wir dann trotz schlechterer Sicht zwei Tauchgänge unternommen. Der erste Tauchgang führte uns in die 'St. Georges' während wir am Nachmittag die Traverse zwischen der 'Gouffre de Poumayssen' und der 'Gouffre de Cabouy' durchtaucht haben. Leider habe ich hier aus dem Internet lediglich ein Video aus der 'St. Georges' gefunden.
Mittwoch, Donnerstag und Freitag sind wir es dann sehr gelassen angegangen und haben nur einen Tauchgang pro Tag unternommen. Aufgrund der Wetterlage haben wir uns hier noch einmal für die 'Gouffre de Poumayssen', 'Emergence du Ressel' und 'Source de Landenouse' entschieden.Während die erste Woche pures Vergnügen war, war in der zweiten Woche der letzte Kurs zum 'Full Cave Diver' angesagt. Nach bestandener Theorieprüfung am Samstag haben wir insgesamt zehn Tauchgänge in den darauf folgenden sechs Tagen unternommen. Neben den mir schon bekannten Höhlen hatten wir dabei auch neue Höhlen auf dem Plan. Speziell die 'Fontaine de Truffe' sowie die 'Gouffre de l'oeil doux' haben mich sehr beeindruckt. Die 600m Weg, welche man komplett ausgerüstet zur oeil doux zurücklegen muss sowie die ca. 200m lange Trockenpassage innerhalb der Höhle im schwer begehbaren Bachbett sind zwar sehr anstrengend aber die Eindrücke, die innerhalb des Berges auf einen wirken sind einfach unbeschreiblich.
Auch wenn die zwei Wochen sehr anstrengend waren und teilweise das Wetter überhaupt nicht mitgespielt hat, waren sie doch ausgefüllt von wunderschönen Tauchgängen, viel Abenteuer und ganz viel neuen Erfahrungen. Schon jetzt ist mir klar, dass ich nächstes Jahr im Mai wieder in der Dordogne sein werde ;-).
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Baghira
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Kategorien: Aus dem Leben
